Kathrin G. fragt:
Ich mache sehr gern Makro- bzw. Detailaufnahmen. Allerdings ist mir oft der Hintergrund dann noch zu “unruhig”. Ich möchte den Hintergrund z.B. ganz unscharf gestalten, sodass eventuell die Grundfarben noch erhalten sind, aber man keine Details erkennt. Wie mache ich das am Besten?
Antwort:
Um das Hauptmotiv eines Fotos getrennt vom Hintergrund zu bearbeiten, muss eine Auswahl erstellt werden. Anhand eines Fotos von einem Stiefmütterchen werden wir uns ansehen, wie wir den Bildhintergrund weichzeichnen, ohne den Blütenkopf zu beeinflussen. Außerdem sehen wir uns weitere Gestaltungsmöglichkeiten mit der Funktion „Farbton/Sättigung“ an.

Blüte auswählen
In Photoshop Elements gibt es seit Version 6.0 ein neues Auswahlwerkzeug, mit dem man rasch und unkompliziert Objekte auswählen kann – das Schnellauswahlwerkzeug.
1. Wählen Sie das Schnellauswahl-Werkzeug aus der Werkzeugpalette (links im Photoshop Elements Editor).

2. In der Optionsleiste können Sie im Bereich „Pinsel“ den Durchmesser für das Schnellauswahl-Werkzeug definieren.
3. Malen Sie anschließend einfach über den Bereich, den Sie auswählen möchten – in meinem Fall ist das der Blütenkopf. Während Sie malen werden Sie bemerken, dass die Objektkanten automatisch erkannt werden und das Objekt ausgewählt wird.
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Die gestrichelte Linie zeigt an, welcher Bildbereich ausgewählt ist.
4. Die Auswahlkante kann weiter optimiert werden. Klicken Sie dafür auf die Schaltfläche „Kante verbessern“ in der Optionsleiste.
5. Im folgenden Dialog stellen Sie eine „Weiche Kante“ ein. Diese ermöglicht, dass der Übergang zwischen dem Hintergrund, den wir später bearbeiten, und dem unbearbeiteten Blütenkopf fließend ist.
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Im Bild oben: weiche Kante von 0,0 Pixel – also eine harte Kante
Im Bild unten: eine (extrem) weiche Auswahlkante mit 35 Pixel
6. Derzeit ist der Blütenkopf ausgewählt. Eigentlich möchten wir aber den Hintergrund bearbeiten und müssen diesen daher auswählen. Das geht ganz schnell: wählen Sie aus dem Menü „Auswahl > Auswahl umkehren“.
7. Um auf Nummer sicher zu gehen, speichern wir jetzt die Auswahl. Dann können wir sie jederzeit wieder aufrufen. Wählen Sie dafür „Auswahl > Auswahl speichern“. Im folgenden Dialog geben Sie einen Namen für die Auswahl an und klicken Sie auf OK.
Hintergrund weichzeichnen
Vor dem eigentlichen Bearbeiten des Hintergrundes werden wir eine Kopie der Ebene anlegen. Wenn Sie mit mehreren Ebenen arbeiten, sind Sie viel flexibler – Sie können unterschiedlichste Bearbeitungsvarianten ausprobieren und trotzdem auch Ihr Original behalten.
1. Im Ebenenstapel ziehen Sie die Hintergrundebene auf das Symbol „Leere Ebene erstellen“ (das leere Blatt). Nun erscheint im Ebenenstapel eine neue Ebene, die eine exakte Kopie des Hintergrunds ist.
2. Versichern Sie sich, dass der Hintergrund ausgewählt ist. Wenn nicht, dann wählen Sie „Auswahl > Auswahl laden“.
3. Wählen Sie „Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner“.
4. Über den Regler „Radius“ können Sie bestimmen, wie stark der ausgewählte Bereich weichgezeichnet werden soll. Je nach Motiv und persönlichem Geschmack wird die Einstellung dezenter oder stärker ausfallen. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um die Bearbeitung anzuwenden.
Wählen Sie die Stärke der Weichzeichnung so, wie es Ihnen am Besten gefällt. Überlegen Sie sich, ob das Ergebnis realistisch bleiben soll und Sie nur etwas mehr Tiefenunschärfe erzeugen möchten, oder ob die Bearbeitung übertrieben und experimentell bzw. künstlerisch sein darf.
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Im Bild inks eine dezente Weichzeichnung, rechts ein besonders starker Wert.
Hinweis: die Bearbeitung des Hintergrundes haben wir auf einer eigenen Ebene durchgeführt. Mit dem Augensymbol können Sie die Ebene ein- und ausblenden und so sehen, wie das Bild vor bzw. nach der Bearbeitung aussieht. Mit einem Doppelklick auf den Namen der neuen Ebene können Sie diese auch umbenennen und ihr einen eindeutigen Namen geben.
Spannende Ergebnisse mit Farbton/Sättigung
Wir haben die Auswahl gespeichert und auf einer separaten Ebene gearbeitet. Somit stehen uns alle Möglichkeiten offen, um weitere kreative Bearbeitungsschritte durchzuführen.
1. Erstellen Sie eine Kopie der Hintergrundebene.
2. Blenden Sie ggf. darüber liegende Ebenen mit dem Augensymbol aus oder verschieben Sie die neue Ebene ganz nach oben im Ebenenstapel.
3. Laden Sie die Auswahl neu (sofern sie nicht mehr aktiv ist).
4. Wählen Sie aus dem Menü „Überarbeiten > Farbe anpassen > Farbton/Sättigung anpassen“.
5. In diesem Dialog haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten, um den Hintergrund zu verändern:
a) Mit „Farbton“ verändert man die Farben im Bild – einfach mal ausprobieren, man erkennt sehr schnell, was sich da tut.
b) Über die Sättigung kann man die Farben entweder verstärken oder abschwächen. Schieben Sie den Regler nach links, um die Sättigung zu verringern.
c) Über den Lab-Regler können Sie die Helligkeit anpassen, die ausgewählten Bereiche also aufhellen oder abdunkeln.
d) Setzen Sie ein Häkchen bei „Färben“, um dem Bild einen einheitlichen Farbton zu verleihen. Mit den drei Reglern beeinflussen Sie wiederum das Ergebnis.
Wenn Ihnen das Ergebnis gefällt klicken Sie auf OK, um die Einstellungen anzuwenden.
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Links oben: Farbton -65
Links unten: Sättigung -70
Rechts oben: Lab-Helligkeit -60
Rechts unten: Option “Färben” aktiviert, Farbton 238, Sättigung 20, Lab-Helligkeit +27
Probieren Sie unterschiedliche Einstellungen auf separaten Ebenen aus, um herauszufinden, was Ihnen am Besten gefällt!
Photoshop Elements 6 lernen mit dem Video-Training von Barbara Luef:
Adobe Photoshop Elements 6 – Video-Training











März 4th, 2008 at 11:29 am
Hallo Frau Luef ,
besten Dank für die tolle Schritt für Schritt Anleitung – ich komme bestens damit zurecht – und freue mich schon auf die nächste Anleitung ….
Danke auch für den Tip zur DVD , die ist bereits unterwegs zu mir ….