Vielleicht kennen Sie folgende Situation: Sie möchten ein beeindruckendes Panorama festhalten oder ein hohes Gebäude fotografieren. So sehr Sie sich aber bei der Suche nach dem richtigen Standort für die Aufnahme bemühen, das Motiv passt ganz einfach nicht in den Sucher. Selbst bei der weitesten Weitwinkeleinstellung ist stets ein Teil des Motivs abgeschnitten, oder die Weite der Landschaft wirkt auf dem Foto nicht mehr.
Hier kommt die Photomerge-Funktion von Photoshop Elements ins Spiel. Diese Funktion erlaubt es, beliebig viele Bilder automatisch aneinander zu “kleben”. Die Übergänge zwischen den einzelnen Aufnahmen werden in den meisten Fällen ohne zeitraubende Nachbearbeitung unsichtbar.

Sehr häufig werden mit Photomerge horizontale Panoramen zusammengefügt. Die Funktion kann aber auch genauso dazu verwendet werden, einen hohen Turm vom Boden bis zur Spitze in einer sehr spannenden Perspektive abzubilden, oder z.B. ein großes Bild aus vier Viertel-Aufnahmen zu konstruieren. Die notwendigen Schritte sind immer dieselben.
Hinweis: Dieses Tutorial wurde für Photoshop Elements geschrieben. Sie können die einzelnen Schritte aber auch mit Photoshop durchführen – beide Programme verfügen über die Funktion “Photomerge”. Eventuelle Zusatzhinweise für Photoshop-Nutzer finden Sie an der jeweiligen Stelle kursiv geschrieben.
Tipps zur Aufnahme der Bilder für ein Panorama
Die Aufnahme der Ausgangsbilder ist eigentlich recht einfach, da Photomerge die Bilder auch in schwierigen Fällen ganz gut zusammensetzen kann. Mit ein paar kleinen Tricks, kann man aber besonders gute Ergebnisse erzielen.
• Sie können die Aufnahmen im Hoch- oder Querformat erstellen – je nachdem, wie Sie das Motiv am besten abdecken können.
• Die Einzelbilder sollten sich ausreichend überlappen – entweder an einer auch an mehreren Kanten. Suchen Sie sich einen markanten Punkt am Rand der Aufnahme. Dieser sollte auch am folgenden Bild noch gut sichtbar sein.
• Erstellen Sie besser zu viele als zu wenige Aufnahmen.
• Je weiter das Motiv entfernt ist, desto besser passen die Aufnahmen später aneinander, weil die perspektivische Verzerrung geringer ist.
• Sehr nahe Gegenstände können problematisch sein. Achten Sie darauf, dass diese Gegenstände nicht zwischen zwei Einzelbildern liegen.
• Achten Sie darauf, dass die Kamera bei allen Aufnahmen auf dieselbe Entfernung fokussiert.
• Versuchen Sie, sich in einer waagerechten Ebene zu drehen. Am besten gelingen natürlich Stativaufnahmen.
• Ist die Sonne direkt auf einem Bild sichtbar, entstehen zu große Helligkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Aufnahmen. Diese führen dazu, dass die Aufnahmen nicht mehr zusammen passen.
Schritt für Schritt zum Panorama
1. Markieren Sie die benötigten Bilder im Photoshop Elements Organizer. Bei gedrückter Umschalt-Taste können Sie mehrere aufeinander folgende Bilder markieren, und bei gedrückter Strg-Taste mehrere Bilder in beliebiger Ordnung.
Hinweis: Wenn Sie mit Photoshop arbeiten, dann öffnen Sie einfach alle Bilder in Photoshop, und fahren Sie mit Schritt 4 fort.
2. Klicken Sie mit der rechten Maustatste auf eines der markierten Bilder und wählen Sie aus dem Kontextmenü “Gehe zu Editor”.
3. Die Bilder werden nun im Photoshop Elements Editor geöffnet – Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern, je nachdem wie viele Bilder Sie ausgewählt haben, und in welcher Auflösung diese vorliegen.
TIPP: Wenn Sie viele große Bilder gleichzeitig öffnen möchten, ist es hilfreich, wenn Ihr Computer einen großen Arbeitsspeicher (RAM) besitzt.

4. Wählen Sie aus dem Menü Datei > Neu > Photomerge Panorama.
Hinweis: In Photoshop wählen Sie Datei > Automatisieren > Photomerge.
5. Es öffnet sich ein Dialog in dem Sie noch einmal die Gelegenheit haben, Bilder auszuwählen. Die gerade geöffneten Bilder werden bereits vorgeschlagen. Falls Sie andere Bilder verwenden möchten, können Sie hier “Durchsuchen ” anklicken. Um fortzufahren, klicken Sie auf OK.

Die Bilder werden nun einzeln analysiert und Photomerge versucht sie automatisch in der richtigen Reihenfolge anzuordnen. Nach dieser Überprüfung öffnet sich das Photomerge Fenster. Manchmal kann eine Aufnahme nicht automatisch eingepasst werden. Sie können diese einfach von der Leiste über dem Arbeitsbereich an die richtige Position ziehen. Dann klappt das Zusammenfügen meist ohne weiteres. Nicht benötigte Aufnahmen können Sie auf die gleiche Weise aus der Zusammenstellung entfernen. Die Position jedes Einzelbildes kann manuell verändert werden. Manchmal ist es notwendig, eine Aufnahme zu drehen um das beste Ergebnis zu erzielen. Das geht ganz einfach mit dem “Bild-drehen”-Werkzeug.

Rechts neben der Arbeitsfläche finden Sie noch weitere Optionen mit denen Sie experimentieren können, aber nicht unbedingt müssen. Sobald die verwendeten Bilder gut angeordnet sind, können Sie mit einem Klick auf die OK Schaltfläche die endgültige Berechnung auslösen. Dieser Vorgang kann eine Weile dauern, da eine große Datenmenge verarbeitet werden muss. Schließlich wird das zusammengefügte Bild im Photoshop Elements Editor geöffnet.

Das Ergebnis perfektionieren
Abschließend gibt es noch ein paar Schritte, mit denen Sie das zusammengefügte Panorama perfektionieren können:
1. Wenn der Horizont im zusammengesetzten Bild nicht waagerecht verläuft, können Sie dies mit dem “Gerade-Ausrichten”-Werkzeug korrigieren.

Ziehen Sie damit eine Linie entlang des Horizonts. Das Bild wird dann automatisch um den erforderlichen Betrag gedreht.
2. Nach dem Zusammensetzen ergeben sich im Bild transparente Bereiche, die keine Bildinformation enthalten. Um diese einfach weg zuschneiden, verwenden Sie das “Beschneiden”-Werkzeug. Erstellen Sie den Rahmen so, dass die leeren Stellen außerhalb liegen. Bestätigen Sie den Vorgang anschließend mit dem grünen Häkchen.
Das Ergebnis unseres Panoramas konnten Sie schon zu Beginn dieses Tutorials sehen. Hier können Sie sich das Panorama in einer etwas höheren Auflösung herunterladen.











Mo, Jul 23, 2007
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