Obwohl die Farbe schon vor langer Zeit Einzug in die Fotografie gehalten hat, ist die Faszination, die von der Schwarz-Weiß-Technik ausgeht nach wie vor ungebrochen. Gerade in der künstlerischen Fotografie, aber auch in der Werbung und speziell in der Mode-Fotografie greift man gerne auf diese ausdrucksstarken Bilder zurück. Durch den Einzug der digitalen Fotografie eröffnen sich sogar neue Möglichkeiten, weil Farbbilder sehr einfach einer kreativen Bearbeitung unterzogen werden können. Photoshop Elements bietet eine speziell darauf abgestimmte Funktion, die hier vorgestellt wird.

Geeignete Bilder auswählen
Bei der Umwandlung eines Farbbildes wird nicht einfach die Farbinformation verworfen. Die Farbanteile werden neu gemischt und gehen unterschiedlich stark in das Schwarz-Weiß-Endergebnis ein. Daher funktioniert diese Technik natürlich am besten, wenn viele unterschiedliche Farbanteile im Bild enthalten sind. Das Beispielbild enthält sehr markante Farbbereiche und ist daher optimal geeignet.

Schwarz-Weiß-Umwandlung
1. Öffnen Sie das Bild, das Sie bearbeiten möchten, im Photoshop Elements Editor.
2. Bevor Sie sich an die Schwarz-Weiß-Konvertierung machen, können Sie die Hintergrundebene duplizieren, indem Sie in der Ebenenpalette mit der rechten Maustaste darauf klicken, und anschließend aus dem Kontextmenü “Ebene duplizieren” wählen. Dieser Schritt ist nicht unbedingt notwendig, ist aber hilfreich, wenn Sie mehrere Varianten erstellen möchten. Sie können dann die Kopie bearbeiten, während die Hintergrundebene (also das Original) unverändert bleibt.
3. Wählen Sie aus dem Menü Überarbeiten > In Schwarzweiß konvertieren.

4. Das Fenster das sich nun öffnet, zeigt im oberen Bereich eine Vorher/Nachher Ansicht und darunter drei Abschnitte, um das Ergebnis zu beeinflussen. Die vorgenommenen Änderungen werden sofort im Nachher-Bild, aber auch im geöffneten Ausgangsbild im Hintergrund sichtbar.

5. Unter Punkt 1 in diesem Fenster finden Sie unterschiedliche Voreinstellungen, die jeweils auf verschiedene Bildinhalte abgestimmt sind. “Porträts” betont eher die Rottöne die in der Gesichtsfarbe vorkommen, die Einstellungen für Landschaft bewirken, dass der blaue Himmel sehr eindrucksvoll oder gar dramatisch wirkt. Die Voreinstellung “Infraroteffekt” verursacht eine beinahe surreale Stimmung, da die Blauanteile zur Gänze in Schwarz umgewandelt werden.
6. Wenn Sie das Ergebnis verfeinern möchten, können Sie dafür die Miniaturen im Punkt 3 verwenden. Diese ändern die Zusammensetzung des Schwarz-Weiß-Bildes schrittweise. “Mehr Rot” bedeutet beispielsweise, dass die Rotanteile im Bild mehr zur Helligkeit beitragen. Rote Stellen im Bild werden dadurch heller. “Weniger Rot” würde diese Stellen dunkler machen. Zusätzlich kann der Kontrast des Resultates verändert werden. Mit dem Schieberegler bei Punkt 2 können Sie einstellen, wie groß die einzelnen Schritte sein sollen.
7. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf OK. Wenn Sie die Anpassungen verwerfen wollen, um wieder von vorne zu beginnen, können Sie “Zurück” wählen.
Das Schwarz-Weiß-Bild tönen
Für die Umwandlung in ein Schwarz-Weiß-Bild gibt es unendlich viele verschiedene Varianten – letztendlich entscheiden Sie, welche Stimmung Sie mit Ihrem Bild transportieren möchten. Um diese Stimmung noch zu unterstreichen, können Sie dem Bild in einem weiteren Schritt eine Farbtönung geben.
1. Wählen Sie aus dem Menü Überarbeiten>Farbe anpassen>Farbton/Sättigung.

2. Aktivieren Sie “Färben”. Dadurch wird das gesamte Bild in einen Farbton getaucht.
3. Über den Regler “Farbton” können Sie die gewünschte Farbe wählen, und über den Regler “Sättigung” dessen Intensität. Der klassische Farbton ist ein leichtes Rotbraun mit dem früher Bilder gefärbt wurden. Der Farbstoff wurde aus Tintenfischen gewonnen, und daher Sepia genannt. Hier in Photoshop Elements stehen Ihnen aber alle erdenklichen Farben zur Verfügung.
Variante 1

In dieser Variante wurde das Blau des Himmels sehr stark abgedunkelt. Dadurch zeichnet sich die Bewegung und Pose der Statue gut ab. Das Grün des Kupfers wurde zusätzlich aufgehellt, bis auch Details im wehenden Mantel gut sichtbar wurden. Auch der Kontrast zwischen Kirchendach und Himmel ist sehr markant. Das Rot der Kirch wurde leicht zurück genommen, damit die Details der Fassade erhalten bleiben.
Variante 2

Hier entsteht eine ganz andere Wirkung. Die Blau- und vor allem die Rottöne sind sehr hell, während das Grün so dunkel ist, dass die Figuren fast komplett schwarz wirken. Vor dem hellen Hintergrund tritt nun auch die männliche Figur stark in den Vordergrund.











Mi, Sep 12, 2007
Photoshop Elements, Text-Tutorials